Ich würden den Heron nicht als komplette revolutionäre Neuentwicklung sehen, sondern eher als einen gepimpten Solius. Antrieb, Holmtechnik, Rumpf und Kabinenhaube stammen vom Solius. Gut tut dem Modell die größere Spannweite und die neuen Möglichkeiten mit den 4 Klappen. Zusammenbau: - Normal in 2 Stunden erledigt, das Modell kommt super verpackt und wirklich fast flugfertig. - die Servo-Kabel sollten beschriftet werden, das würde Zeit sparen. - der Empfänger landet recht unzugänglich weit hinten im Rumpf - es herrscht relativ wenig Platz für Akku und Regler + evtl Telemetrie. - wählt man einen größeren als den vorgesehenen 3S 2200 mAH Akku, kommt man nicht darum herum, die Kabinenhaubenabdeckung von unten aufzuschneiden. - Ärgerlich: Manche Klebstellen müssen nachgearbeitet werden, herausfallende Aufnahmen für Kabinenhauben-Haken oder nicht ausreichend geklebte Träger für die Flügel - das darf nicht passieren. - Ärgerlich: Tragflächen-Servos nicht fest! (Muß man am Klebstoff sparen??) - Ärgerlich: Ein Tragflächen-Servo bereits beim ersten Anstecken des Reglers defekt, Servo Nummer 2 der gleichen Fläche folgte gottseidank beim Testen auf dem Boden nach wenigen Flugstunden. - Achtung!! Beim Einstecken der Flügel hat man durch die Flügel-Holme ganz schnell eine Delle im Elapor-Rumpf - Servo-Steckung: superschnell und einfach, der Knick bei den Kabeln am Übergang in den Rumpf ist gewöhnungsbedürftig, die Kabel nehmen aber keinen Schaden. Was wieder mal ärgert: Die Aufnahmen für die Servo-Stecker fallen aus den Haltern, also nachkleben.... Transport: - so, wie geliefert! Die Schachtel und die Flügeltaschen aus Luftpolster-Folie eignen sich hervorragend für den Schutz und zum Transport. Flugverhalten: - Absolut unkritisch, durch die Holmtechnik super-stabil, fast wie ein GFK-Hotliner. Er kann auch sehr langsam geflogen werden, selbst enge Kurven bei langsamer Gangart sind kein Problem. Der erstaunlich leise Motor hat genug Leistung für rasantes Steigen, die Luftschraube ist aber viel zu weich. Mit Butterfly-Stellung kommt er im Gegenwind fast wie im Fahrstuhl runter. Kunstflug macht richtig Spass, wenn da nicht ein etwas ungutes Gefühl bei den Servos mitschwingen würde. Multiplex hat gespart, in den Flügeln sitzen "Tiny-S" Servos mit Kunstoffgetriebe drin, beim Höhenleitwerk sind es "Nano-S", Wenn man das Teil wie einen Hotliner fliegen kann, dann gehören hier Servos mit Metallgetriebe rein! - Gleitwinkel, Wind und Thermik Der Heron macht auch ohne Thermik Freude, der Gleitwinkel ist erstaunlich gut. Für seine ca. 2KG liegt er recht gut bei stärkeren Wind und Böen. Mit ein wenig Thermik bleibt man "unbegrenzt" oben ;-). - bei harten Manövern und harten Landungen: Gut gelöst mit den sich an der Wurzelrippe abstützenden Holmen und die "offene" Flügelsicherung mit einem Bolzen und Gummiringen! Die Flügel scheren bei einer Bruchlandung weg und bleiben halbwegs unbeschädigt. Keine Angst: Das hält auch bei wildesten Manövern in der Luft! Die Flügel biegen sich nur wenig durch. Elapor und "Abnutzung": Anfassen muss man den Vogel ja irgendwo an den Flächen und am Rumpf beim Zusammenbau, Finger-Dellen gibt es dann halt immer wieder. Der Schaum verschmutzt recht schnell, also entweder bespannen oder drüber wegsehen. Was MPX dem Heron jedoch mindestens mitgeben sollte, ist ein "Landeschutz" für den vorderen Rumpfboden! Ich hab mir angewöhnt, den Heron auch mal recht hart und bei viel Wind zu fliegen, nach einem halben Jahr und etwa 30 Flugstunden kamen an den Querrudern die ersten Risse in den Verbindungen zum Flügel. - Noch ist aber nichts abgerissen. Zusammenfassung: Eine Schaumwaffel, die (fast) wie ein GFK-Modell fliegt...... Bei dem "Aufsteiger-Preis" muss aber auch die Qualität (besser) gesichert sein!