Der Heri Promesa stand schon einige Zeit auf meiner Wunschliste. Jetzt, in Zeiten, in denen man aus Infektionsschutzgruenden recht oftseine Kontaktdaten in Listen etc. eintragen muss, erschien mir die Anschaffung eines Fuellers (ich mag keine Kugelschreiber) mit Taschenstempel sehr sinnvoll. Der Fuellfederhalter: -Koerper und Kappen sind aus Metall, vermutlich verchromtes Messing(?), ebenso das Griffstueck und die Stempelmechanik (diese ist vermutlich aus Aluminiumguss). -die Schmidt-Feder (ich schaetze, Größe 4) in M ist hübsch verziert, sitzt auf einem Plastikfuß, schreibt kratzfrei, mit einem kleinen wenig Feedback, kontinuierlicher Tintenfluss, ohne jegliche Linienbreitenvarianz, steif und ohne federn. Nichts für lange Briefe, aber sehr gut für kurze Notizen. -das lange, glanzpolierte Metall-Griffstueck ist mir zu glatt, aber akzeptabel. Die Stufe zum restlichen Koerper ist steil; da man durch das lange Griffstueck aber ziemlich weit vorne anpackt, stoert das nur wenig. Das Gewinde ist gut entgratet und dadurch nicht scharf. -ein besonderes Highlight: ein Gummi-O-Ring dichtet die Kappe am Gewinde ab, so dass die Tinte wohl nicht so schnell austrocknen wird. -die Schraubkappe braucht eine volle Umdrehung zum Auf- oder Zuschrauben, es gibt drei Gewindegaenge, so dass man beim Zuschrauben maximal um 120 Grad zusaetzlich drehen muss. Sowohl das Oeffnen, als auch das Schliessen, geht daher ohne Umgreifen oder Absetzen aus dem Handgelenk. -der Klipp ist recht solide, ohne Federmechanik, für eine Hemdtasche geeignet, bei dicken Stoffen duerfte es schwieriger werden. -die Softtouch-Oberflaeche beider Kappen finde ich angenehm und wuerde sie mir auch fuer das Griffstueck wuenschen. -der Fueller fasst nur kurze Standard-International-Patronen („Pelikan -Patronen“), keinen Konverter (auch keinen Mini-Konverter von Kaweco) und keine Universal-Patronen. Mitgeliefert werden zwei Schneider-Patronen. Der Stempel: -beim Abziehen der hinteren Kappe wird das Stempelkissen (in einer kleinen Kunstoffwanne) durch Federkraft seitlich abgespreizt, die Stempelplatte faellt durch die Schwerkraft in ihre waagerechte Arbeitsposition. -zum Schliessen haelt man den Stempel nach oben, die Platte stellt sich durch die Schwerkraft wieder senkrecht, dann legt man das Stempelkissen mit seinem Daumen an die Stempelplatte an und schiebt mit der anderen Hand die Kappe drauf. -die Kappe über der Stempelmechanik ist als Klick-Kappe ausgefuehrt, nicht als Schraubkappe. -natuerlich ist der Stempel sehr klein; drei Zeilen sind aber (mit ein wenig Muehe) gut zu lesen. Der Stylus: -sitzt auf dem Ende der Stempelkappe. -funktioniert problemlos, angenehme Groesse (geschlossen hat der Stift ca. 13,5 cm Laenge). Fazit: Ein idealer Begleiter, um schnell ein Formular auszufuellen oder vielleicht auch mal eine Postkarte zu schreiben (falls das heutzutage noch jemand tut). Solide und klein genug, um in der Hosentasche mitgenommen zu werden und dann auch als Touchpen griffbereit zu sein. Als Fuellfederhalter sehr solides Mittelmass, als Gesamtpaket und edc-pen mit Mehrwert eigentlich 5 Sterne wert. Aber: Nach einem halben Jahr Nutzung habe ich leider doch ein paar Abstriche zu machen. 1) mittlerweile ist praktisch jede geklebte Verbindung zwischen den Einzelkomponenten (Gewinde und Kappe, Sektion und Koerper, Koerper und Stempelteil) mindestens einmal aufgegangen und musste von mir neu geklebt werden. 2) die Patronen halten nicht fest am Tintenleiter, sonder rutschen ab; ich habe verschiedene Hersteller versucht (Schneider, Pelikan, Kaweco, noname), immer hing beim Oeffnen des Patronenlagers (weil mal wieder keine Tinte floss) die Patrone im hinteren Teil fest und musste von mir mit einer Zange oder Pinzette herausgezogen werden. Das Problem konnte ich erst loesen, als ich den hinteren hohlen Teil des Patronenlagers mit Heisskleber fuellte. 3) der Fueller trocknet unglaublich schnell aus, trotz des oben erwaehnten Dichtringes. Vermutlich liegt das an der Befestigung des Klipps in zwei Schlitzen in der Kappe; mit einer entsprechenden Lichtquelle sieht man dort Licht durchscheinen (und damit ist klar, dass auch ein veritabler Luftaustausch stattfindet). Wie ich das loesen kann, weiss ich noch nicht so richtig, werde da mal was ausprobieren. Positiv: die Stylus-Spitze zeigt auch nach einem halben Jahr keine Risse und funktioniert bestens, dass habe ich schon bei anderen Herstellern ganz anders erlebt. Zweites Fazit: Die Idee des Stempelfuellers finde ich, nach wie vor, sehr gelungen. Er leistet mir wirklich gute Dienste. Wenn ich aber weniger handwerklich gepraegt waere, haette ich ihn schon vor Monaten entsorgt. Also eher was fuer Bastler und Fummler.