Das wollte ich erst schreiben. Da gibt es nach Jahrzehnten endlich einen T2 — und obendrein einen Kasten und einen Westfalia — und dann das: Easy Click. Warum spielt ihr mit meinen Gefühlen, Revell? Aus schierer Verzweiflung habe ich die Modelle dann gekauft. Wer weiß wann es mal wieder einen T2 gibt und ein Bettler kann nicht wählerisch sein. Zu meiner Überraschung stellte sich allerdings heraus, daß das Modell wirklich gut ist. Die Proportionen stimmen zu 100% (Ich habe es neben meinen eigenen 1:1 Westi gehalten) und durch die Bestimmung als Easy-Click-Modell passen die Teile auch ohne großes schleifen, Schraubzwingen, Gummibänder und Gewichte zusammen. Das hat man bei Revell auch schon anders erlebt. Wenn der Modellbauer Anfänger oder kein großes Lackiertalent ist, oder schlicht die Möglichkeit zum Lackieren fehlt, könnte man das Modell durch die Farbwahl der Spritzlinge sogar unlackiert zusammenbauen und bekäme ein brauchbares Modell dabei raus. Natürlich mit gewissen Einschränkungen, 100% gleichmäßig ist die Farbe der Teile im Rohzustand natürlich nicht. Ich nehme also alles zurück, Revell! Danke für das schöne Modell ????. Jetzt folgt der Teil für die Freaks, nur weiterlesen, wenn man sonst nichts zu tun hat. Wir bekommen hier einen Westfalia „Berlin“. Für mich persönlich vollkommen unverständlich, wo doch jedes Schulkind weiß daß nur „Helsinki“ die beste und einzige Ausstattung für einen Westi ist ????. Will man das Auto in Kansasbeige lackieren hat man sogar Schiebebilder für die Polster im passenden Karomuster dabei, die Anderen haben jetzt eine schöne Aufgabe mit dem Malen von Karomustern in Campinggrün, -rot oder -blau. Die Scharniere der Kabinentüren sind einfach grausam. Das ist natürlich dem Easy-Click geschuldet, also geht das eigentlich in Ordnung. Ich habe mich noch nicht mit dem Umbau auf etwas Vorbildgetreueres versucht, aber das wird bestimmt lustig. Die Tankklappe stellt ein frühes Modell dar. Aus dem Stand würde ich jetzt behaupten daß nur der T2a die Klappe und nicht den offenen Schraubverschluss hatte. Vielleicht auch noch der a/b, aber das Modell ist eindeutig ein b, also darf da gebastelt werden. Motormäßig ist viel Raum für Verbesserungen vorhanden, das ist ja immer der Fall. Allerdings passen die Heizbirnen und der Motor nicht zusammen. Der Motor ist Typ 4, die Heizbirnen Typ 1. Ansonsten ist der Motor eher ein Plastikklumpen. Wenn man den aufmöbeln will, hat man was zu tun. Ansonsten macht man es wie ich und lässt den Motordeckel zu. Mit dem Umbau von „Berlin“ in „Helsinki“ werde ich noch genug Spaß haben. Aber auch mit der „Berlin“-Ausstattung bleibt Raum für Verbesserungen, der Herd ist beispielsweise nur ein Abziehbild. Mir wird alleine die Modifizierung der vorderen Stoßstange zum umstritten hübschen Plastikkasten für das Reserverad genug Arbeit bescheren. Aber der Erstbesitzer meines 1:1 Westfalias hat eine absurde Summe für das Ding ausgegeben, der kommt auch an das Modell.. Aber der Bausatz hat Potential. Revell hat sich auch mal richtig Mühe gegeben, das verdient Anerkennung. Allein wie sie den Innenhimmel an die Karosserie mit angegossen haben, ein nettes Detail. Früher hätte man an der Stelle wahrscheinlich auf die Rückseite des Daches und ein paar Auswerfermarkierungen geguckt. Da das Dach des Kastenwagens dabei ist, kann man sogar den ganzen Campingkrempel weglassen und hat einen Fensterbus. Oder einen Stahldach-Camper, einen Silberfisch, ein Taxi, einen Funkbus, ein MTW, einen BGS-Bus… Die Möglichkeiten die sich daraus ergeben kann man hier gar nicht alle aufzählen. Ich habe mir jeweils 2 Exemplare gekauft, aber da sehe ich zukünftig schon einen mannshohen Stapel an T2-Kartons ob all der Pläne für das Modell vor meinem inneren Auge. Da müssen meine Erben dann später wahrscheinlich eine noch größere Mulde mieten als jetzt schon, um das alles wegzuschmeißen.