...leider auch ein Kit mit Schwächen im Detail. In diesem Maßstab ist die Auswahl an F4U-4er Corsairs leider nicht die Größte (meines Wissens nach Hasegawa, Academy oder eben Hobby Boss). Hier wurde die F4U-4 von Hobby Boss mit Abstand am Besten umgesetzt, was nicht zuletzt dem Alter der Formen geschuldet sein dürfte. Kommen wir zu den positiven Aspekten: + fein versenkte Gravuren, die auch nach ein- oder zweischichtiger Lackierung noch problemlos hervorgehoben werden können (Hasegawa: erhabene bzw. "strukturierte" Oberfläche, Academy: auch versenkt) + Hervorragend wiedergegebener Doppel-Sternmotor (es fehlen nur die Zündkabel, was aber dem Maßstab geschuldet ist); hier kann die Konkurrenz nicht einmal ansatzweise mithalten + Waffenschächte können geöffnet dargestellt werden (inklusive MG's, Munitionsgurt,...) - dieses Feature bietet in diesem Maßstab kein Hersteller bei keiner Corsair-Variante (nicht einmal Tamiya bei der F4U-1) + Tragflächen können eingeklappt dargestellt werden (sonst auch nur bei Tamiya's F4U-1 möglich) + sehr schön detailliertes Cockpit (fast vollständig; s. unten) + Steuerflächen (Quer-, Seiten-, Höhenruder sowie Landeklappen) (theoretisch; s. unten) frei positionierbar (einzig bei Tamiya's F4U-1: Landeklappen) Doch wo Licht ist, ist hier leider auch Schatten: - möchte man die Landeklappen ausgefahren anbringen, stellt man fest: hier fehlen Passstifte (die Klappen können nur "irgendwie" an den - zudem falsch wiedergegebenen - Scharnieren angeklebt werden); weder hält das, noch sind alle Klappen so im gleichen Winkel ausgelenkt (das geht besser, siehe Tamiya's F4U-1!) - der Fanghaken kann ebenfalls in zwei Positionen (ein- und ausgefahren) dargestellt werden; sollte man letztere Option wählen stellt man erst viel zu spät fest, dass so das gesamte Modell auf dem Fanghaken statt auf dem viel stabileren Heckrad ruht (zumindest bis ersterer unweigerlich abbricht) - das Cockpit ist hervorragend detailliert, jedoch wurde ein "unwesentliches" Element vergessen: der Schubregler (hier befindet sich nur eine Kerbe, um das fehlende Element anbringen zu können) - der - zudem sehr grobschlächtig - ausgeführte geklappte Holm für die Tragflächen ist viel zu lang (stößt an den Waffenschächten an); die Folge: die Tragflächen schweben ca. 1cm in der Luft (auch das geht besser, s. Tamiya) - nur für die Perfektionisten: Form der Motorhaube sowie der Fahrwerksverkleidung (die direkt am Hauptfahrwerk montierte) sind nicht ganz treffend wiedergegeben, was aber nur im Vergleich mit Originalfotos auffällt Um potentielle Käufer nicht - möglicherweise unnötig - abzuschrecken, vergebe ich an dieser Stelle dennoch vier Sterne. Wenn man weiß, worauf zu achten ist, ist jeder wirkliche Schwachpunkt leicht zu beheben (z.B. Klappen nicht ausgefahren darstellen oder improvisieren, Tragflächenholm kürzen, Fanghaken eingefahren darstellen,...) und es entsteht dennoch ein super Modell!! Die (ebenfalls fernöstliche Konkurrenz) kann, wenn man das Gesamtpaket betrachtet, hier definitiv nicht mithalten. Deshalb: Kaufempfehlung!! Sollte sich hier der ein- oder andere fragen, warum der Schubhebel fehlt, die Landeklappen nicht halten oder der Fanghaken im ausgefahrenen Zustand abbricht, sollte man an dieser Stelle die Bauanleitung der Trumpeter F4U-4 (1:32) mit dem Kit von Hobby Boss vergleichen. Beide weisen frappierende Ähnlichkeiten auf, jedoch mit (dem Maßstab geschuldeten) Unterschieden: Fanghaken und Klappen sind bei Trumpeter beweglich ausgeführt. Der Schubregler wurde - meiner Meinung nach - beim Copy-Pasten vergessen ;-)